11-Juli-2008: Bicycle Race

Ich möchte nicht mehr mein Fahrrad fahren, ich werde nicht mehr dieses Rad fahren!

Vor einer Woche Donnerstag bin ich mit Philipp hier in Hochheim losgefahren, um seine längere Fahrradtour und meine 1-wöchige Fahrradtour zu beginnen.

Es begann schon großartig mit Regen, als wir Richtung Mainz-Kastell fuhren. Unsere Route sollte den Rhein hinunter führen, also Richtung Norden. Ich hatte meine anfänglichen Problemchen mit dem Fahrrad, aber haken wir das mal ab.

Unsere erste Station war in Eltville bei meinen lieben Verwandten, die uns den Tipp gaben, nicht rechtsrheinisch weiter zu fahren, sondern eine Fähre zu nehmen, um dann über Bingen an der linken Rheinseite entlang unser “Ziel” (hatten wir überhaupt eins???) zu erreichen.
Unsere erste Etappe endete kurz hinter Bingen am 532ten Rheinkilometer, wir schliefen fast unter einer Burg, mit Bahn-Geräuschpegel und einem wunderschönen Rheinstrandausblick auf Assmannshausen!

Der zweite Tag verlief nicht wie geplant: Ich fiel nach ca. 10 Kilometern mit meinem Fahrrad hin, was nicht(!!!) mein Fehler war, sondern die des Fahrrads (am Lenker hat sich das Plastikteil gelöst, an dem die Hand sich festhält und ich komplett mit Gewicht auf die eine Seite geknallt), was uns die Luft aus den Segeln gerissen hat, denn Malin lag nun am Bein und Ellenbogen blutend auf dem Boden, zwar nur Schürfwunden, aber die sind jetzt noch am verheilen, eine Woche später.

Wir fuhren weiter, 1. Hilfe mäßig verarztet, über St. Goar, wo gegenüber die Loreley liegt, bis nach Boppard, wo ich dann ins Krankenhaus von einer Apothekerin geschickt wurde, damit man mich verarztet… war schon besser so!
Eigentlich sollte ich nicht weiterfahren, aber ich wollte nicht nach einem Tag meine Urlaubspläne über Bord schmeißen!!! Wir fuhren also weiter… über Koblenz, wo wir theoretisch Martin hätten treffen können, wenn er an sein Handy gegangen wäre, naja, egal. Koblenz fand ich jetzt sehr schön… endlich mal mehr als den Bahnhof sehen :D
Wir nächtigten in Andernach, nach einem sehr interessanten Gespräch mit einem älteren Herren, der uns einiges zu erzählen hatte. Wir campten mal wieder wild, diesmal richtig auf dem Strand, was wunderschön war. Da ja auch das Wetter an diesem Tag sehr gut war, war es am Abend sehr angenehm. Wir waren am 613ten Rheinkilometer angekommen, hatten also fast 100 an diesem Tag trotz meines Unfalls geschafft!

der nächste Tag verlief irgendwie wieder komisch… Wir wollten meinen Hinterreifen etwas nachpumpen… Ventil kaputt! Ich also so schnell wie es geht in den nächsten Fahrradladen, war ja Samstag und in Andernach haben die Geschäfte nicht so lang an Samstagen auf!!! Da Philipp eine Zecke hatte, war ich immerhin nicht die einzige mal wieder, die die Tour aufhielt :)
Nach diesem Aufhalt fuhren wir weiter und weiter, über Remagen nach Bonn, wo wir dann erfuhren, dass Rheinkultur war… nur leider wollte es das Schicksal so, dass wir nicht gehen konnten… Wir haben keine Schließfächer für usner Zeug gefunden, was super ärgerlich war!!!
Fuhren also weiter… Erreichten den 666ten Rheinkilometer und kamen um Punkt 8 in Köln an :) Wunderschön… ich war nur total verwirrt, da ich sonst immer auf der anderen Rheinseite nach Köln reinfahre, und so war meine Orientierung total am Arsch :) Wir wollten diese Nacht in der Jugendherberge in Riehl nächtigen, was wir auch taten… erst fuhren wir aber dort hin, an der Rheinpromenade entlang, die mich total an Dublin erinnert hat!!! Wunderschön, sag ich da nur.
Wir trafen eine Hessin, die Roland Koch und seine Familie persönlich kennt, die aber genauso eine Meinung von ihm hat wie wir… sie zeigte uns auch in etwa, wo wir langfahren müssen.
Ich schlief mit eine Kanadierin und 3 Japanerinnen in einem Zimmer, Philipp mit Brasilianern und anderen Jungs… hihi.

Am nächsten Tag sind wir ein wenig in Köln herumgefahren, sind ins Ludwig Museum gegangen und haben uns dort die Ausstellung angeschaut. Sehr schöne Bilder, vor allem vieles von Andy Warhol!
Danach waren wir Spaghetti Essen und ich kurz beim ASB zum neu verbinden lassen.
Nachmittags fuhren wir dann weiter… mit mir war an dem Tag nichts anzufangen, ich war total erledigt und kaputt, dazu hatte ich noch dauernd Magenschmerzen, wie ich sie mal vor ein paar Jahren hatte, wenn ich längere Zeit gestanden habe… Hoffentlich kommt das nicht wieder!
Wir zelteten hinter Neuß, auf den Rheinwiesen schräg gegenüber vor Düsseldorf… es wurde kalt.

Am nächsten Morgen war es immer noch kalt, mittlerweile bewölkt und es fing an zu Regnen, zum Glück genau dann, als wir fertig mit dem Zeltabbau waren. Wir fuhren trotz Regen los und kamen sehr bald in ein Industriegebiet, wo wir einen einzigen Imbiss fanden, der so circa alles was es gibt zu Essen anbietet. Wir haben jeweils einen Kaffee getrunken (sehr große Tassen und billig) und ein Brötchen gegessen… Danach ging es mir besser und wir konnten weiter, aber der Regen verfolgte uns scheinbar…
In Moers überraschte uns dann ein krasser Platzregen, der uns ziemlich dumm aus der Wäsche gucken lies. Langsam hatten wir keine Lust mehr auf Regen, wo bleibt die Sonne, die uns erwärmt in Zeiten des Sommers???
Wir wurden bei Burger King wieder trocken und fuhren Richtung der nächsten Jugendherbergen… Riefen in Xanten an: Jugendherberge voll… Kleve frei, aber da wir bis 10 Uhr ankommen mussten, würden wir auch dies nicht schaffen, so hieß es für uns: Irgendwo campen, voraussichtlich wild… Der Jugendherbergsvater von Kleve empfahl uns einen Campingplatz in Kalkar, wo wir auch letztendlich hinfielen…
In Kalkar schon fast am aufgeben fragen wir zwei Radfahrer, ob sie wüssten, wo hier ein Campingplatz sei… Zum Glück waren die beiden selbst dort mit dem Wohnwagen und führten uns dort hin… Da allerdings die Pforte geschlossen war, brachten sie uns mit aufs Gelände uns wir zelteten mehr oder weniger wild… Keine weiteren Fragen!

Am nächsten Tag ging es weiter nach Emmerich, eine Grenzstadt zu Holland, dort verbrachten wir einige Zeit, da es mal wieder, oh Überraschung, gießte wie aus Eimern… Als wir endlich über die Grenze fuhren (ein Deich) wurden wir erneut von Wind und Wetter angegriffen und als wir nach einer Stunde Fahrt und nur 10 Kilometern zurückgelegter Strecke nicht mehr konnten, sind wir umgedreht und die ganze Strecke in 20 (!!!) Minuten zurückgefahren… was die Windstärke deutlich macht.
Wir nächtigten 2 Mal in Kleve, da ich nun von Deutschland aus mit dem Zug heimfahren wollte, und so sahen wir immerhin noch dieses Städtchen… Mein Fahrrad steht immer noch dort an einem Baum oder ist schon längst weg… es hätte sich nicht gelohnt, dieses Scheißteil mit nach Hause zu nehmen… Nur Ärger damit, nur Ärger…

Die Zugfahrt war irgendwie seltsam… sie führte genau an den Orten vorbei, die wir auch bereist sind, alles im Schnellrücklauf nochmal zu sehen, es war, als würde das Leben an mir vorbeiziehen… zum Glück lebe ich noch :)

Danke fürs Zuhören!!!
MJ*

1-Juli 2008: Goodbye

Nicht für immer…
aber für mindestens eine woche bin ich nicht da, fahre mit dem fahrrad nach england, bzw. so weit, wie ich komme…

danach ist phono pop und danach noch ne woche frei, in der ich nicht weiß, was ich tun soll :) vorschläge her!!!

lg

mj

28-Mai-2008: Alte Männer

Hallo liebe Leser und über Suchmaschinen zugestoßene…

Wer auch immer “trail of dead malin interview” eingegeben hat, sollte sich schämen… das ist doch ein geheimnis :D… nein, aber wer war das denn schon wieder??? mann mann… wenn ihr nicht schreibt, dass ihr hier ward, dann kann ich auch nicht reagieren… ich kann dazu nur sagen, dass das noch ein wenig dauert, da ich mit dem TOD englisch meine schwierigkeiten habe… ich meine, das brockdorff klang labor interview abzutippen hat schon seine zeit gedauert aber das… also nur geduld :)

was ich mt der überschrift meine?

ich werde bei einer bestimmten Zielgruppe sehr sentimental… bei alten Männern. Vielleicht liegt es daran, dass ich mti 14 meinen letzten Opa verlor und ich in dem Alter nicht gerade die beste Enkelin war, vielleicht liegt es daran, dass ich vorm Alter Respekt habe oder Angst, dass diese Menschen bald sterben werden… (Ich lass auch immer alte Menschen vor, auf der Straße, an der Kassenschlange… sie haben nicht mehr so viel Zeit…- ich weiß, das ist gemein. Vielleicht mag ich auch einfach den Frau Doktor Song, aber ich mag einfach alte Männer und sooft es geht, beobachte ich sie.

Angefangen hat es an einem Dezembertag kurz vor Weihnachten in Mainz, ich denke es ist 3 Jahre mindestens her… Ein alter Mann ging vor mir her, ganz einsam und langsam… Er blieb bei Zirkushunden stehen und begutachtete sie, ich ging weiter und beobachtete ihn aus sicherer Entfernung, ich wollte ja nicht entdeckt werden. Auf diese Begegnung aufbauend habe ich die Kurzgeschichte “Strand”, die mit dem Text der Hansen Band endet, verfasst.

In Berlin ging es weiter, ich fuhr U-Bahn und ich hantierte gerade mit meiner Kamera herum, da fotografierte ich einen alten Mann, der gerade die Zeitung las… er sah ebenfalls einsam und irgendwie traurig aus… Hier das Foto: alter Mann Zeitung lesend

Die letzte Begegnung, die mich immer noch melancholisch stimmt, war bei einem Italiener, IllPhil und ich waren gerade Pizzaessen und sahen bei uns im “Raucherraum” (weil wir ja soooo viel rauchen) einen alten Mann sitzen, der gerade seinen Schnaps-nach-dem-Essen trank… er war allein, schien anscheinend die Kellner persönlich zu kennen und sie ihn ebenso… er war hier zuhause, sein wahres zuhause hatte sich verändert, da er anscheinend Witwer ist… ich finde die Vorstellung traurig, dass alte Menschen ganz allein sind, daher ein Aufruf an alle Enkel und Enkelinnen:

Macht wieder was mit euren Großeltern, spielt Schach, lest ihnen was vor… und wenn ihr keine mehr habt, dann geht ins Altersheim, und spielt dort mit ihnen Spiele und lest ihnen aus ihren Lieblingsbüchern was vor… es reicht auch schon, wenn ihr einfach zuhört.

In diesem Sinne.

Norma Lean*

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